Jugendleiterausbildung in Coronazeiten

Die Evangelische Jugend Bergstraße hat im Januar ihr Abschlussseminar für den Erwerb der Jugendleiterkarte (JuLeiCa) durchgeführt. Was im letzten Jahr noch im dekanatseigenen Gerhardt-Hauptmann-Haus in Scharbach mit gemeinschaftlichem Kochen und Feiern geschah, musste in diesmal digital stattfinden. Katja Folk, Referentin für Kirche mit Kindern, und Dekanatsjugendreferent Bruno Ehret hatten gemeinsam mit dem Gemeindepädagogen Arik Siegel und Jugendvertretern des Dekanats (EJVD) dafür ein online Seminar entworfen. Immerhin ließen sich 10 home-schooling-geplagte Jugendliche aus 7 Gemeinden darauf ein, ihre Ausbildung zum/r Jugendleiter/in damit abzuschließen.

Die beiden Vorsitzenden der EJVD Maren Fischer und Marilena Meyer, letztere zur Zeit im freiwilligen sozialen Jahr im Dekanat tätig, wirkten als Eigengewächse der Dekanatsjugendarbeit mit ihren Kompetenzen auch in den Seminareinheiten mit. „Aufsichtspflicht und Haftung“ oder „Wie gestalte ich eine Gruppenstunde“ waren dabei Themen, die sie methodisch an die digitale Form angepasst mit den Teilnehmenden bearbeiteten. Den Samstag Vormittag gestaltete Edith Zapf, Dekanatsbeauftragte für das Kindeswohl mit ihrem Baustein, der wegen seiner Brisanz in keinem JuLeiCa-Seminar fehlen darf.

Am Samstagnachmittag ging das Online-Seminar mit „digitalen Spielen für eine Gruppenstunde“ in seine abschließende Phase, wobei die Teilnehmenden in einem open end bis abends die neuen Spiele durchprobierten. Am 26 Juni beginnt die nächste Runde für Interessierte an der LuLeiCa-Ausbildung mit einem Einsteiger Tag, hoffentlich wieder live. In den Herbstferien (16.-23.10.21) ist dann wieder die große Mitarbeiterschulung in Stein/Ostsee geplant, wo die Dekanatsjugendreferentin Ulrike Schwahn wieder dabei sein wird. Infos dazu sind zu finden auf der Homepage der EJVD Bergstraße (ev-jugend-bergstrasse.com) oder im Haus der Kirche in Heppenheim, Ludwigstraße 13 unter den Rufnummern 06252 / 6733 – 47, oder – 51.


Lebendiger Adventskalender

für Kinder und Familien der Dekanates Bergstraße

In diesem Advent wird alles anders: es wird wenig bis gar keine Feiern und Aktionen im Advent geben. Vielleicht ist das auf der einen Seite gar nicht so schlecht, wenn wir zwangsweise etwas herunterfahren und der Advent wirklich einmal ein bisschen von Ruhe und Besinnlichkeit geprägt ist. Auf der anderen Seite ist es natürlich schade, dass all die Weihnachtsfeiern, Bastelnachmittage, Kinderaktionen, Weihnachtsmärkte und bestimmt auch der ein oder andere Gottesdienst nicht stattfinden können. Deswegen haben wir im Dekanat überlegt, wie wir diese Lücke füllen können.

Herausgekommen ist der lebendige Adventskalender. An jedem Tag vom 1. Adventswochenende bis zum Heiligabend wird es auf unserer Homepage eine kleine Überraschung geben: und zwar in digitaler aber auch in realer Form, für drinnen sowie für draußen. So wird es für daheim kleine Audiodateien mit Adventsgeschichten zum Anhören, Filme oder Bilder mit Bastelvorschlägen geben. Zum Mitmachen laden Backnachmittage über Zoom und kleine Aktionen in Kirchengemeinden, wie z.B. eine gestaltete Adventsspirale oder ein Lagerfeuer, ein.

An jedem Sonntag wartet eine kleine Adventsandacht auf kleine und große Zuschauer. Verantwortet wird der lebendige Adventskalender von den Dekanatsreferentinnen für Familie und Kirche mit Kindern, Nicole Metzger und Katja Folk. Viele unterschiedliche Menschen aus allen Regionen unseres Dekanats gestalten diesen Kalender mit, z.B. aus Auerbach, Birkenau, Einhausen, Fürth, Gronau Zell, Hammelbach, Heppenheim, Hüttenfeld, Lautertal, Lorsch, Wald-Michelbach und Zwingenberg.

Die Verantwortlichen laden alle interessierten Kinder und Familien ganz herzlich ein, ab dem 28.11. dabei zu sein, entweder über die Dekanatshomepage (www.dekanat-bergstrasse.ekhn.de) oder die Jugendhomepage des Dekanats (www.ev-jugend-bergstrasse.com).


Andacht mit Gerda Giraffe

Sieben Jugendliche aus allen Teilen unseres Dekanats haben sich zusammen geschlossen, um gemeinsam während des zweiten Lockdowns ein Onlinegottesdienstangebot für Kinder und ihre Eltern zu entwickeln. Herausgekommen ist die monatliche Reihe „Andacht mit Gerda Giraffe“. Bei der ersten Andacht, bei der 6 der Jugendlichen mitgewirkt haben,  ist die Handpuppe Gerda sehr ängstlich und frustriert wegen der ganzen Coronasituation. Aber zum Glück kennt Mattes eine tolle Geschichte aus der Bibel gegen die Angst…  Die Jugendlichen gestalten die ganze Andacht komplett selbst – begonnen vom Musikteam mit Heni Stöckinger und den Schwestern Marilena und Theresa Meyer, über die Liturgie mit Johanna und Mattes Engel und Helene Quaschning, die auch Gerda zum Leben erweckt bis zur gemalten und gesprochenen Geschichte von Mattes, Marilena und Theresa.

Kleine und große Zuschauer sind eingeladen, die Andacht nicht nur anzuschauen, sondern an einigen Stellen aktiv mit zu machen.

Hier geht es zu den Andachten mit Gerda Giraffe


Mitarbeiterschulung in Görlitz

Die Mitarbeiterschulung (MAS) der Evangelischen Jugend im Dekanat Bergstraße wurde Corona bedingt von Ostern auf die erste Herbstferienwoche verschoben und ging nach Görlitz in die „Peregrinus-CVJM-Herberge“. Unter der Leitung der Referentin für Kirche mit Kindern Katja Folk und Jugendreferent Bruno Ehret kamen Jugendliche aus 14 Dekanats-Gemeinden mit an die deutsch-polnische Grenze, um sich für die Jugendleiterkarte zu qualifizieren. Corona bedingt musste die Teilnehmerzahl auf 20 und die Veranstaltungstage auf 6 reduziert werden.  

Für die Verpflegung erklärte sich die Gemeindepädagogin aus Fürth Birgit Ruoff verantwortlich. Gemeinsam mit Kimberly van Cleave, eine der Dekanatsjugendvertreterinnen (EJVD) und Kirchenvorstands (KV) -Mitglied aus Bobstadt, sorgten sie für eine bewusste Ernährung und boten alternativ vegetarische und vegane Kost an.

Die Seminareinheiten beinhalteten Standards der JuLeiKa-Ausbildung, wie z.B. „Kommunikation – Wie kann sie gelingen“ oder „Strukturen verbandlich organisierter Jugendarbeit“ usw. Der Baustein „Dynamik in Gruppen“ wurde erstmals von Marilena Meyer. Ist leistet ihr Freiwilliges soziales Jahr im Dekanat ab un dist in der EJVD und im Auerbacher KV aktiv. Hannah Ferber erarbeitete,  EJVD Mitglied aus Bensheim, die Gestaltung eines Kindergottesdienstes mit den Kursteilnehmer*innen. Nach jedem Abendessen leitete ein selbstgestalteter Jugendgottesdienst das Spätprogramm ein.

Der Umgang mit Medien wurde mit selbst erstellten „Actionbounds“ (digitaler Schnitzeljagd) und Imagefilmen rund um Görlitz eingeübt. Bei der Diskussion um den Film „die Welle“ wurde die Gefahr verdeutlicht, wie Gruppenprozesse diktatorisch manipuliert werden können.

Um die JuLeiKa-Ausbildung mit allen Bausteinen abschließen zu können, findet ein MAS-Wochenende vom 22.-24. Januar 2021 im Gerhardt-Hauptmann-Haus in Scharbach statt.


Mehr als Wandern

Pilgern an der Ostseeküste

Ulrike Schwahn, Jugendreferentin im Evangelischen Dekanat Bergstraße, und ihr Kollege Jürgen Zachmann vom Dekanat Darmstadt-Land haben jungen Erwachsene auf ihrer zehntägigen Pilgertour auf dem Jakobsweg und dem Küstenweg in Mecklenburg-Vorpommern begleitet. Ist Pilgern mehr als Wandern? Was heißt es, sich mit Gleichaltrigen auf den Weg zu machen? Stimmen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Für die Pfungstädterin Laura ist die Tour „ein Urlaub der besonderen Art, raus aus der Komfortzone, sich was zutrauen und was ausprobieren“ und ihre Freundin Fiona betont: „Pilgern ist sehr intensiv, eine echt gute Erfahrung. Das habe ich so in allen Facetten noch nicht erlebt.“ Daniel, der in Bürstadt wohnt und in Heidelberg Physik studiert, nutzt das Pilgern als Auszeit, „um aus Alltag rauskommen“. Lena, die gerade ein Studienpraktikum bei der Evangelischen Jugend Darmstadt-Land absolviert, fand zum einen die „spirituelle Herausforderung interessant“ und zum andern „spannend zu erleben wie Freizeiten gestaltet werden können“.

Jane hatte „Zeit und Lust für das Wandern auf dem Jakobsweg“ und wollte „neue Leute kennenzulernen und sich austauschen“. Sie fand es gut, dass die Pilgertour nicht wie zunächst geplant in Spanien stattfand, sondern Corona bedingt in den Norden von Deutschland verlegt wurde. So beschreibt es auch Lilly aus Kleve am Niederrhein: „Ich wollte schon immer mal den Jakobsweg entlang der Ostsee laufen, zumal ein Teil meiner Familie von hier kommt“.

„Es ist ein anderer Lebensrhythmus, archaisch und reduziert auf Grundbedürfnisse, wir laufen, kochen und essen, waschen uns und schlafen. Gemeinsam starten wir mit einem geistlichen Impuls in den Tag, das kann in einer Kirche oder auf einer Wiese sein“, erläutert Jürgen Zachmann und Dekanatsjugendreferentin Ulrike Schwahn ergänzt: „Jede und jeder läuft im eigenen Tempo, manchmal allein, zu weit oder zu dritt, mal redend, mal schweigend.“ Wer nach rund 15 Kilometer eine Schwächephase hatte, konnte zudem den Begleitbus nutzen, der die Zelte transportierte.

Stralsund statt Santiago

Die Pilgertour startete auf der Insel Usedom und von dort lief die Gruppe bis nach Greifswald auf dem Jakobsweg, anschließend weiter auf dem Küstenwanderweg bis zum Fischland Darß. Die letzte Etappe endet in Ribnitz-Damgarten. Das ist eine Wegstrecke von rund 220 Kilometer. Anstatt in spanischen Pilgerherbergen nächtigen die Frauen und Männer in Einzelzelten auf Campingplätzen oder in Einrichtungen der Evangelischen Kirche.

Hier zeigte sich auch der Unterschied zu den professionellen Pilgerangeboten in Spanien, meinte Jürgen Zachmann. „In Stralsund und anderen Orten in Mecklenburg-Vorpommern sind wir von Schwestern und Brüdern mit offenen Herzen eingeladen worden, die Gemeindehäuser und Kirchen für Übernachtung und spirituelle Einkehr zu nutzen. Letztendlich hatten wir viel mehr Zusagen, als wir buchen konnten.“ Auch Ulrike Schwahn war begeistert von den Begegnungen mit den Menschen im Norden, der Naturlandschaft und auch den stillen, einsamen Strecken dieser besonderen Tour: „Pilgern ist eine schöne Möglichkeit für junge Erwachsene aufzutanken.“ Oft seien diese ehrenamtlich aktiv, aber für sie gebe es in der Kirche wenig Angebote.


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